Tierarztpraxis Dr. Petra Lippoth • Tel.: 06251-707208 / -209

Vergiftungen bei Hund und Katze:

Tiererkrankungen/ -vergiftungen

MDR1 Defekt

Der MDR1 Defekt ist ein angeborener, vererblicher Gendefekt bei einigen Hunderassen, was zu einem vermehrten Übertritt von Arzneistoffen in das Zentrale Nervensystem und zu gravierende Vergiftungen bis hin zu Todesfällen führen kann.

Die wichtigsten Arzneistoffe sind vor allem Ivermectin, Doramectin, Moxidectin oder Loperamid. Inzwischen sind zahlreiche Hunderassen aber auch Mischlingshunde betroffen.

Für den behandelnden Tierarzt ist nicht zu erkennen, ob ein individueller Hund von dem MDR1-Defekt betroffen ist. Daher wird empfohlen vor dem Einsatz relevanter MDR1-Arzneistoffe, den MDR1-Genstatus des Hundes zu bestimmen. Dies erfolgt durch ein molekulargenetisches Diagnoseverfahren mittels einer Blutprobe.

Betroffene Rassen

Bei Collie, Australian Shepherd, Shetland Sheepdog, Longhaired Whippet, Silken Windhound, MacNab, English Shepherd, Weißer Schäferhund, Wäller, Bobtail, Border Collie und Deutscher Schäferhund und deren Mischlinge, ist ein Erbdefekt im sog. MDR1-Gen weit verbreitet.

Was bedeutet der MDR1-Befund

Zu MDR1+/+: Der Defekt wurde nicht nachgewiesen. Bei Arzneimittelgabe müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Zu MDR+/-: Der Defekt wurde nur von einem Elternteil vererbt und kann weitervererbt werden. Es kann zu einer zunehmenden unerwünschten Arzneimittelwirkung kommen.

Zu MDR1-/-: Der Defekt wurde von beiden Elternteilen vererbt und kann weitervererbt werden.. Es fehlt ein funktionierendes MDR1-Transportsystem in der Blut-Hirn-Schranke, Leber, Niere, Plazenta und den hämatopoetischen Stammzellen. Bestimmte Arzneimittel dürfen daher nicht angewendet werden.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.