Reisen mit Tieren

Allgemeine Einreisebestimmungen

Mikrochip-Pflicht für Kennzeichnung im EU-Heimtier-Ausweis

Heimtiere, also Hunde, Katzen und Frettchen, die mit ins europäische Ausland genommen werden, brauchen hierfür einen EU-Heimtier-Ausweis. Dies ist ein wichtiges und individuelles Reisedokument. Um einen solchen Ausweis ausstellen zu können, muss das betreffende Tier eindeutig mittels einer Tätowierung oder eines Mikrochips gekennzeichnet sein.

Für die Tätowierung als Kennzeichnung ist die Übergangsfrist am 03. Juli 2011 ausgelaufen! Alle Tiere, für die nach diesem Datum ein EU-Ausweis ausgestellt werden soll, müssen dann mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden! Die Tiere, die bereits eine Tätowierungsnummer und einen EU-Ausweis besitzen, gibt es einen Bestandsschutz, d.h. sie müssen nicht noch zusätzlich mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden.

Der Mikrochip bietet den Vorteil, dass er ein Leben lang gut lesbar bleibt und auch ohne Narkose implantiert werden kann. Tätowierungen hingegen verblassen mit der Zeit oder sind unter dem Fell nur schwer zu erkennen und sind laut Tierschutzgesetz nur unter Narkose durchzuführen.

Eine individuelle Kennzeichnung ermöglicht es darüber hinaus, dass entlaufene oder vermisste Tiere schneller wieder zu Ihnen zurückgebracht werden können.

Hierfür ist es aber erforderlich, dass Sie Ihr Tier mit seiner Chip- oder Tätowierungsnummer und Ihrem Namen und Adresse bei einem Haustierzentralregister wie beispielsweise TASSO (www.tasso.net) registrieren lassen! Wir übernehmend dies auch gerne für Sie.

Spezielle Einreisebestimmungen

Neue Einreisebestimmungen für Großbritannien, Schweden und Norwegen

Durch die Umsetzung der EU-Verordnung 998/2003 gelten seit dem 01. Januar 2012 für Hunde, Katzen und Frettchen erleichterte Einreisebestimmungen für Großbritannien, Norwegen und Schweden. So ist keine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Tollwutantikörpertiters mehr notwendig. Folgende Bestimmungen sind aktuell im einzelnen zu beachten:

Für die Einreise nach Großbritannien

  • Das Tier muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein
  • Das Tier braucht einen EU-Heimtierausweis
  • Das Tier muss eine gültige Tollwutimpfung vorweisen
    (diese muss bei Erstimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen; die Auffrischungsimpfungen müssen innerhalb der Herstellerangaben und innerhalb des eingetragenen Gültigkeitszeitraumes erfolgen)
  • Das Tier muss innerhalb von 24 bis 120 Stunden vor der Einreise mit einem Bandwurmmittel behandelt werden; diese Behandlung muss im EU- Heimtierausweis dokumentiert werden
  • Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Tollwut-Antikörpertiters sowie eine Behandlung gegen Zecken sind nicht mehr erforderlich !!
  • Ausführliche Informationen unter www.defra.gov.uk

Für die Einreise nach Norwegen

  • Das Tier muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein
  • Das Tier braucht einen EU-Heimtierausweis
  • Das Tier muss eine gültige Tollwutimpfung vorweisen
    (diese muss bei Erstimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen; die Auffrischungsimpfungen müssen innerhalb der Herstellerangaben und innerhalb des eingetragenen Gültigkeitszeitraumes erfolgen)
  • Das Tier muss frühestens 10 Tage vor der Einreise mit einem Bandwurmmittel behandelt werden; diese Behandlung muss im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden. Innerhalb der ersten 7 Tage muss in Norwegen die Behandlung gegen Bandwürmer wiederholtwerden
  • Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Tollwut-Antikörpertiters ist nicht mehr notwendig !!
  • Ausführliche Informationen unter www.norway.no/de/germany/

Für die Einreise nach Schweden

  • Das Tier muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein
  • Das Tier braucht einen EU-Heimtierausweis
  • Das Tier muss eine gültige Tollwutimpfung vorweisen
    (diese muss bei Erstimpfung mindestens 21 Tage zurückliegen; die Auffrischungsimpfungen müssen innerhalb der Herstellerangaben und innerhalb des eingetragenen Gültigkeitszeitraumes erfolgen)
  • Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Tollwut-Antikörpertiters sowie eine Behandlung gegen Bandwürmer sind nicht mehr notwendig
  • Ausführliche Informationen unter www.sjv.se

Einreisebestimmungen Malta (M)

Zusätzliche EU- Reisebestimmungen:

  • Kennzeichnung mit Mikrochip
  • gültige Tollwutimpfung
  • EU-Pass
  • Bandwurmbehandlung innerhalb von 24 – 120 Stunden vor der Einreise

Reisekrankheiten

Die sogenannten „Mittelmeer“- oder „Reisekrankheiten“ treten in den letzten Jahren zunehmend bei uns auf. Dies liegt einerseits daran, dass immer mehr Besitzer ihre Tiere mit in den Urlaub nehmen, andererseits werden auch über Tierhilfeorganisationen immer mehr Tiere aus Südeuropa nach Deutschland gebracht. Leider tragen viele dieser Tiere die Erreger verschiedener Erkrankungen in sich!

Blutuntersuchungen sind die wichtigste Maßnahme, um infizierte Tiere zu erkennen. Dies kann einerseits den Ausbruch der Erkrankung beim betroffenen Tier, andererseits auch die Übertragung auf andere Tiere und den Menschen verhindern. Unerkannt verlaufen viele Erkrankungen tödlich.

Welche Erkrankungen gibt es?

  • Babesiose („Hundemalaria“) Überträger: Auwaldzecke
    Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa; auch einige Gegenden in Deutschland!
  • Dirofilariose (Herzwürmer) Überträger: Mücken
    Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa; USA
  • Ehrlichiose Überträger: Holzbock (= „normale“ Zecke); braune Hundezecke
    Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa
  • Leishmaniose Überträger: Sand-/Schmetterlingsmücken
    Risikogebiete: Süd- und Mitteleuropa

Wenn ein Tier aus dem Ausland bei Ihnen einzieht oder schon eingezogen ist, erkundigen Sie sich unbedingt beim entsprechenden Tierheim oder bei der Vermittlungsorganisation, ob das Tier auf die oben genannten Erkrankungen untersucht wurde!

Fordern Sie Einsicht in Originaldokumente oder lassen Sie sich die Untersuchungsergebnisse schriftliche bestätigen (eindeutige Zuordnung über die Chip-Nummer Ihres Tieres; Untersuchung durch ein zugelassenes Labor etc.) !

Alle Hunde, die aus Südeuropa stammen, sollten vor der Einreise sowie spätestens sechs Monate nach Aufenthalt in Deutschland durch eine Blutuntersuchung getestet werden!

Tiere, die mit in den Süden fahren, sollten mit geeigneten Mitteln vor Zecken und Mücken geschützt werden!